Kanarienvogel
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1.2.8 Kanarienvogel

Gesangskanarien [Serinus canaris] sind nur eine Zuchtform des vor ca. 500 Jahren von den Spaniern auf den Kontinent gebrachten grünlich, graubraunen Kanarengirlitz. In seiner Heimat lebt er heute noch in den mit Bäumen dünn bewachsenen Bergen im Nordwesten von Gran Canaria und den Nachbarinseln. Dort findet er sich außerhalb der Brutzeit zu kleinen Schwärmen zusammen um sich in der offenen Landschaft besser vor Feinden schützen zu können. Der bekannteste domestizierte Kanari ist dabei sicher der vor allem im 19. Jahrhundert von Harzer Bergleuten rund um Sankt Andreasberg gezüchtete "Harzer Roller" mit seiner zitronengelben Farbe und dem typischen Gesang. Der Roller ist dabei ein Gesangselement meist am Ende des Liedes und nicht mit einem Fahrzeug oder Käse zu verwechseln. Insgesamt gibt es wohl ca. 130 Rassen mit über 500 verschiedenen Farbvariationen. Außer Gesangskanarien, gibt es noch Farb- und Gestaltskanarien bei denen mehr auf Aussehen als auf Gesang gezüchtet wurde.
Bei der Stubenhaltung mehrerer Kanarienvögel gibt es jedoch einen beachtenswerten Unterschied zum Zebrafink  oder dem  Wellensittich, der sich eigentlich erst im Schwarm wohl fühlt. Sollten sich zwei Kanaris nicht auf Anhieb gut verstehen sollte man auch nicht davor zurückschrecken sie zu trennen. Wenn man es sich leisten möchte oder kann, hilft es schon sehr, wenn man zwei Volieren oder Vogelbauer in einigen Abstand voneinander bringt. Auf diese Weise können sie sich an- bzw. vollsingen ohne das Stress zwischen den Tieren aufkommt. So lernen die Kanarienvögel auch besser und vollendeter zu singen ( zumindest die Feinheiten). Jungvögel lernen tatsächlich von guten Vorsängern die nicht einmal unbedingt Kanarienvögel sein müssen. Ist die Freivoliere groß genug kann man vielleicht auch mehrere Pärchen halten. Man muss eben gut beobachten und die Reaktionen auf den Reviergesang beachten. Wenn Weibchen im Spiel sind ausreichend Nester anzubringen. Wer nicht züchten will kann die Eier ja abkochen oder gegen Plastikeier austauschen.  

Gesangskanarien müssen nicht gelb sein


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Sonntag, 22. Januar 2006