Bepflanzung
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1.3 Die Bepflanzung

Für mich ist die Voliere kein Zuchtbehälter für Vögel sondern mehr eine Art Waldbiotop auf dem Hof. Allerdings muss man seinen Bewohnern entsprechend zweckmäßige Pflanzen auswählen. Ich habe mich wie folgt entschieden.

Zwei ca. 2m hohe Lebensbäume standen bereits auf dem Gelände meiner Voliere. Die ließ ich stehen. Ich hatte bei Züchtern gesehen, dass in ihnen Kanarienvögel ihre Nester gebaut hatten. Das haben sie bei mir trotz Nisthilfe nicht gemacht. Nur die Zwergwachteln benutzen sie als Versteck. Auch gut. Lebensbäume lassen sich gut beschneiden. In zwei Jahren werden sie in den Bereich des Daches kommen. Dann werde ich sie etwas zurechtstutzen. Ansonsten eine prima Volierenpflanze.

Lonicera HenryiLonicera Henrii mit BlütenstandDas Immergrüne Geissblatt  [Lonicera Henryi] habe ich von außen an die Voliere gepflanzt. Es soll etwas Sichtschutz bieten und dazu auch etwas Farbe einbringen. Seine Blüten sind recht schön und die Beeren sollen wohl auch ein gutes Vogelfutter sein. Das Immergrüne Geissblatt ist wie der Name schon sagt ganzjährig belaubt. Nur bei strengem Frost rollt es etwas die Blätter ein. Beachten muss man jedoch, dass das Geissblatt ziemlich alt werden kann und dabei ansehnliche Dimensionen in Holz und Laub erreicht. Das bringt eine nicht zu unterschätzende Belastung für die Volierenkonstruktion vor allem wenn Schneelast hinzukommt. Das richtige zurückschneiden ist ebenso sehr wichtig wenn man sich nicht die Voliere kaputtmachen lassen will. 

Bambusarten und -sorten gibt es soviel, dass ich sie nicht alle aufzählen kann. Man bemühe sich daher zur Bambusseite. Mehr weiß sicher niemand. Da Bambus ganzjährig grün bleibt eignet er sich sehr gut als Schlafplatz für alle, die im Winter lieber draußen übernachten. Ich habe meinen Bambus seinerzeit für über 100 DM im Baumarkt als 2 Meter hohe Kübelpflanze bekommen. Er benötigt viel Wasser und nährstoffreichen, humosen, lockeren Boden. Kurz nach dem Auspflanzen im Herbst kamen noch einmal drei frische Triebe die über 2,40 Meter groß wurden. Die Kanarienvögel und vor allem der Rote Kardinal machen sich an den frischen Blättern und noch nicht ausgeschlagenen Trieben sehr zu schaffen. Alle frischen Schösslinge werden förmlich zerfetzt. Die Sonnenvögel, für die es als Spielplatz und Versteck gedacht war, taten dem Bambus im ersten Jahr nichts böses an. Inzwischen konnte ich sie aber auch dabei beobachten, wie sie die frischen und noch weichen Triebe abbrechen und fressen. Das haben sie sich wahrscheinlich bei den Kardinälen abgeschaut. Nach meinen Erfahrungen aus den letzten drei Jahren, ist der Bambus nur bei intensiver Pflege als Volierenpflanze geeignet. Gutes Futter ist er allemal.
Das Laub und Stroh, dass ich vor dem ersten Frost im Spätherbst ca. 30 cm hoch um die Wurzeln aufschichte um sie damit etwas vor Bodenfrost und der damit verbundenen Frosttrockenis zu schützen hat im April seine Pflicht getan. Ich habe es aber noch nicht ganz aus der Voliere entfernt da alle meine Vögel, dabei vor allem die Wachteln und Thuragimpel, sehr eifrig darin herumscharren und allerlei Gewürm, gekeimte Samen und frische weiche Triebe herausfressen.

schwarzer Holunder Anfang 2002 - heute ein reisiger BuschSchwarzer Holunder [Sambùcus nigra] ist gut als Vogellandeplatz und Versteck. Seine Beeren sind im Herbst ein gutes zusätzliches Futter. 
Im Februar-März, als der Huflattich zu blühen begann hatte ich zwei Pflanzen beim Nachbar ausgraben dürfen und in der Voliere eingepflanzt. Er ist gut angegangen und hat sich bisher bestens entwickelt. In der Literatur werden das Laub und die unreifen Früchte als giftig beschrieben. Mit Sicherheit ist das aber zumindest für unsere einheimischen Vögel kein Problem. Selbiges kann ich von allen meinen Zöglingen behaupten. Das ist wohl auch der Grund, warum er bisher von zu starkem Verbiss verschont blieb und annehmbar gedeiht.

An die Rückwand der Voliere habe ich im ersten Frühjahr wilden Wein gepflanzt um die hässlichen, grauen Schindeln abzudecken. Auch hier fand ich im nachhinein einiges über seine Giftigkeit. Aber auch er ist recht gut herangewachsen. Im letzten Frühjahr musste ich allerdings beobachten, dass die Roten Kardinäle, aber auch Grünlinge und Yuhinas sehr viel Geduld und Flugkünste an den Tag legen um die dünnen Triebe des letzten Jahres abzubeißen. An Blättern wird kaum verbissen nur die gerade aufplatzenden Knospen sind nicht vor Verbiss gefeit..

Die Sache mit den Bohnen war reiner Zufall. Ich bekam einige dieser großen lila-schwarzen Bohnen von Bekannten geschenkt und legte sie einfach von außen an das Fundament. Nach ein paar Tagen gingen sie auf und wuchsen innerhalb kürzester Zeit am Volierendraht bis ganz nach oben. Dabei brachten sie herrliche rote Blüten hervor. Ab und an wurden die Blätter auf den Innenseiten der Voliere etwas angefressen. Das störte aber nicht weiter. Sie sehen toll aus, schützen den Sommer über vor zu viel Sonne und geben den Vögeln etwas Schutz vor dem Wind. Außerdem werden die frischen Triebe gern gefressen.

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Wer es sich zeitlich leisten kann oder besser gesagt wer es solange mit der leeren Voliere aushalten kann, sollte die Voliere vor dem ersten Besatz bepflanzen oder schon möglichst weit entwickelte Pflanzen einsetzen. Viele Pflanzen haben es sehr schwer ihre Blätter auszureiben wenn ständig daran herumgeknabbert wird. Ablenkfütterungen mit frischen Obstbaumzweigen reichlich Vogelmiere und Keimfutter sind sehr hilfreich. Im Notfall muss man eben auf künstliche Grünpflanzen zurückgreifen.

Es gibt auch noch einige andere kletternde Volierenpflanzen, zu denen ich in den nächsten Wochen noch etwas schreiben werde.


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Sonntag, 22. Januar 2006